Luise, Julius und Verena

Inzwischen habe ich Stillerfahrung, aber das war nicht immer so. Denn ich es leider erst bei meinem dritten Baby geschafft zu stillen. Meine erstes Kind Luise, sie ist inzwischen acht Jahre alt, wollte ich auch stillen, ohne mir weiter Gedanken dazu zu machen. Als Luise geboren war, sollte ich sie mit Hilfe meiner Hebamme anlegen, aber sie hatte keine Zeit für uns. Deshalb legte ich Luise erst sechs Stunden nach ihrer Geburt an, was im Nach hinein nicht gut war. Ihre beiden folgenden Lebenstage verschlief sie fast, sie war nämlich am zweiten Tag schon gegen Tuberkulose geimpft worden. Ich war voller Sorge und war ständig im Kinderzimmer um zu fragen, was ich denn machen soll, weil Luise nichts trank. Dort erhielt ich immer wieder die Antwort, ich sollte sie schlafen lassen. Der Erfolg war, dass sie mit drei Tagen mehr als 10 Prozent ihres Geburtsgewichtes verloren hatte. Nun fing die Hektik um mich herum erst richtig an! Ich abpumpen und die abgepumpte Muttermilch mit der Flasche füttern. Inzwischen wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen und meine Nachsorgehebamme warf nach 14 Tagen das Handtuch und erklärte mir, das ich Luise nicht mehr an die Brust bekäme. Ich solle mit dem Pumpen aufhören und es nur noch mit den Stillhütchen versuchen. Wenn Luise weinte und ich sie anlegen wollte,  schrie sie und verweigerte die Brust, mit Stillhütchen konnte ich sie zwar überlisten, doch das sollte ich nach 4 Wochen auch bleiben lassen. Meine Hebamme meinte nun, es hätte mit uns überhaupt keinen Sinn. 

Als ich mit Julius schwanger war, war ich mir sicher, das ich nun alles ganz anders machen wollte  Ich entschied mich ambulant zu entbinden, damit ich bis zum Schluss nur eine Hebamme hätte, die auch als Nachsorgehebamme weiter zu mir nach Hause kommt. Ich erklärte bereits vor der Geburt im Krankenhaus der Hebamme, dass ich unbedingt stillen möchte und dies bitte auch beachtet werden soll, damit das Kind so schnell wie möglich angelegt werden soll. So geschah es dann auch, und es klappte mit Julius gut. Einen Tag nach der Geburt ging ich dann nach Hause.  Zu Hause habe ich Julius alle vier Stunden gestillt und es funktionierte gut. Dann war mir mein Stillglück doch nicht wieder gesonnen. Mein Sohn bekam auch eine Gelbsucht und schlief auch schnell beim Stillen ein, bekam deshalb nicht genügend Milch und er drohte anscheinend auszutrocknen. Julius musste wegen der Gelbsucht in die Kinderklinik, wo ich dann die Muttermilch abpumpte, sie wurde mit Glukose angereichert und schon am nächsten Tag ging es Julius viel besser und wir konnte wieder nach Hause. Zu Hause bekam ich von meiner Hebamme einen sog. Fingerfeeder, ich pumpte weiterhin Milch ab, doch die fütterte ich  nicht mit der Flasche, sondern mit diesem Fingerfeeder. So konnte ich ihn tatsächlich vier Wochen voll stillen, dann bekam ich einen Magen- Darmgrippe, Julius bekam zwei Tage lang die Flasche, weil ich eben nichts hatte, und da hatte auch er schon seine Saugverwirrung. Jetzt gab ich das Stillen auch mit Julius auf. 

Nach drei Jahre war ich wieder schwanger und ich war wieder angetan von dem Gedanken zu stillen. Verenas Geburt war einfach und es ging ihr und mir gleich gut. Beim ersten Anlegen, kurz nach ihrer Geburt wusste ich, das wir beide eine lange Stillzeit haben werden. Verena trank wie ein Profi. Meine Brustwarzen schmerzten wieder während der ersten Wochen. Aber es hört irgendwann auf. Dafür gibt es dann Salben, am besten sind die mit Wollfett. Besonders einfach und wirkungsvoll ist, wenn man Muttermilch an den Brustwarzen trocknen lässt und viel der frischen Luft ausetzt. Bestrahlungen mit Rotlich können auch helfen. 
Verena habe ich fast 6 Monate vollgestillt und bin sehr stolz darauf. Dann wollte sie mit ihren großen Geschwistern am Tisch mit essen. Nach jeder Tischmahlzeit habe ich sie noch angelegt.  Es ist wirklich praktisch zu stillen, man hat immer alles dabei, die Temperatur stimmt immer. Wenn das Baby Hunger hat, braucht man es nur anzulegen, muß nicht erst noch eine Flasche machen, die dann auf die richtige Temperatur abkühlen muss, bis es trinken darf. Die Flaschen müssen gespült und desinfiziert werden, was viel Arbeit macht.
Verena stille ich jetzt nur noch morgens und abends, mehr möchte sie gar nicht mehr. Sie ist inzwischen ein kleines Persönchen, das Luise und Julius sehr liebt. 
Ich kann jeder Mutter nur empfehlen, zu stillen, denn es ist nicht nur für das Kind wichtig, diesen Körperkontakt zu haben und die gesunde Muttermilch zu bekommen. Auch für die Mutter kann es erholsam sein. Das habe ich vor allem beim dritten Kind gemerkt. Eine Mutter muss sich einfach Ruhe zum Stillen gönnen, die sie sich sonst vielleicht zu kurz kommt.

Monika aus Bonn

 

<StartSeite> <Akzente> <Beratung> <Wissen> <Produkte> <Lesenswert> <Kontakt> <Newsletter>

© Elke Vogt, "ichstille.de" 2000 - 2002  -  Anregungen und Ideen an info(at)ichstille.de 
Auszüge und Verlinkungen nur nach schriftlicher Genemigung durch die Autoren